Bild in der Kopfzeile
Schriftzug in der Kopfzeile
SI Vorstand - Barbara Kleinow (1. Vorsitzende)


Harnstoff ist wieder verschreibungsfähig !!!


Es ist geschafft, der Gemeinsame Bundesausschuss hat seinen Beschluss vom 15.11.2005 endlich veröffentlicht; womit er ab dem 1.3.2006 offiziell rechtsgültig ist. Harnstoff ist wieder zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherungen auf Rezept verordnungsfähig, zumindest für Patienten mit Ichthyosen.


Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Arzneimittelrichtlinie vom 15.11.2005 wurde im Bundesanzeiger Ausgabe Nr. 41 (S.1275) vom 28.2.2006 veröffentlicht und ist damit rechtsgültig ab dem 1.3.2006. Er genehmigt die Rezeptierfähigkeit von Harnstoff für Ichthyose-Betroffene.

D.h., dass jeder Patient, der an einer Ichthyose ( egal an welcher Form) erkrankt ist, sich ein Kassenrezept von seinem Arzt für die von ihm benötigten Salben mit Harnstoff ausstellen lassen kann, vorausgesetzt es werden mindestens 5% Urea (=Harnstoff) eingerührt. „Gesicherte Diagnose“ meint, dass ein Arzt (egal welcher) bestätigen kann, dass es sich nach klinischer (=äußerlicher) Untersuchung um eine Ichthyose handelt. Es gibt bei Ichthyose keinen beweisenden Labortest für die „Sicherung“ der Diagnose. Ausnahme: die geschlechtsgebunden X-chromosomal erbliche Ichthyosis vulgaris durch die Bestimmung des Enzyms Steroidsulfatase.

Sollte der Arzt oder Apotheker den Beschluss nicht kennen, kann er aus dem Internet ausgedruckt werden (siehe Link) oder in der Bundesgeschäftsstelle bei Kirstin Kiekbusch angefordert werden.

Dass es zu diesem Beschluss gekommen ist, verdanken wir dem Einsatz und Engagement verschiedener Menschen, die, jeder auf seine Weise, erreicht haben, dass der Gemeinsame Bundesausschuss so entschieden hat.

Aus den Reihen der SI danken wir besonders dem ehemaligen 1.Vorstand Sabine Wiegandt, die unermüdlich im Unterausschuss für unsere Belange gekämpft hat und Rüdiger Schleicher, der sich an den Petitionsausschuss und den Gemeinsamen Bundesausschuss gewandt hat.

Vielen Dank auch an Hans Danier und Bernhard Storz, die beide mit mehreren Aktionen die Problematik an die Öffentlichkeit gebracht haben und, wie ganz viele andere Mitglieder zahlreiche Briefe an die Bundestagsabgeordneten geschrieben haben. Und die vielen Mitglieder und Freunde der SI, die sich so zahlreich an der von Sabine Wiegandt initiierten Unterschriften-Aktion beteiligt haben. Auch nicht zu vergessen ist die Bereitschaft von Prof. Dr. Wolfgang Küster, der keine Gelegenheit ausgelassen hat, auf die Wichtigkeit von Harnstoff in der Dermatologie hinzuweisen und uns mit dem nötigen Know-how unterstützt hat.

Unterstützung haben wir auch von außerhalb erhalten! Hier gilt unser Dank besonders Dr. Andreas Reimann (ständiger Patientenvertreter im Gemeinsamen Bundesausschuss und Vorsitzender des Mukoviszidose e.V.), Herrn Ralf Blumenthal (Pressestelle des Berufsverbandes der deutschen Dermatologen), Dr. Rainer Hess (Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschuss) und Herr Klaus Kirschner (Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und soziale Sicherung), die immer wieder auf die Problematik von Ichthyose-Betroffenen aufmerksam gemacht haben.


Onlineversion des Beschluss